STROMTRASSEN IN WEST III

 

 

Unser Schreiben an die Stadt Erlangen

Hallo Fr. Lender-Cassens,

im Nachgang zur gestrigen Stadtratssitzung und unserer kleinen Diskussion möchte ich Ihnen meine Zusammenfassung zur Stromtrassen Thematik in WEST III und WEST II (412, 413) zukommen lassen.
Mir ist bewusst, dass jedes elektrische Gerät Kaffeemaschine, Föhn, Mixer, Smartphones… gesundheitsschädlichen „Elekrosmog“ abgibt. Die WHO / BfS empfehlen auch von diesen Geräten einen gewissen Abstand zu halten. Diese Geräte haben aber eine Nennspannung von 220 Volt und die Überland-Leitung hat 380.000 Volt. Bei einer 380.000 Volt Leitung kann man aber leider den Stecker nicht ziehen, während die meisten Haushaltsgeräte nur sporadisch in Betrieb sind und nur dann Strom führen.  Fakt ist, dass man mit dem 400 m Abstand absolut sicher sein kann, dass die Belastungen der Leitung soweit abgeschwächt sind, dass das nicht noch on top zu den täglichen Belastungen kommt. Und die Schwächsten sind nun mal unsere Kleinkinder und Personen mit einem schwachen Immunsystem, Autoimmunerkrankungen, Allergien, etc. Deshalb die Empfehlung des BfS und der WHO einen Abstand von 1m pro kV, was bei 380 kV ungefähr die 400 m sind, einzuhalten. Dies ist im bayrischen LEP seit 03/2018 verankert (für Neu-und Ersatzbau). Das macht den Neubau einer Leitung natürlich schwierig zumal diese Abstandsregelung auch in NRW, Hessen, Niedersachsen gilt und bestimmt andere BL noch nachziehen werden. Ein aktueller Trend ist derzeit, dass unsere Stromnetzbetreiber bestehende Strommasten von 110 auf 220/380 kV hochrüsten, um den steigenden Bedarf an Stromtransport (E Mobilität, regenerative Energien) nachzukommen. Das passiert gerade im ganzen Land (siehe P53 im Nürnberger Land). Zudem geht das „Ultranet“ jetzt in die Umsetzung. Hier sind mehrere BL betroffen. Bayern (noch) nicht. Hier werden bei einer bestehenden 380kV Höchstspannungsleitung die Masten zu Hybridmasten umfunktioniert und zu dem bestehenden Wechselstromtransport noch eine Hochleistungs- Gleichstrom Übertragungsleitung montiert (HGÜ). Es können somit 2 Giga Watt (2000 MW) Leistung transportiert werden. Die gesundheitlichen Auswirkungen dieses weltweit ersten „Pilotversuchs“ mit Millionen Bewohnern als Versuchskaninchen sind noch völlig ungeklärt. In der Nähe dieser Leitung stehen einem die „Haare zu Berge“. Bewohner haben sich länderübergreifend zum Widerstand formiert, da die bestehenden Masten jetzt schon unter 400 m an der Wohnbebauung stehen. Falls sich diese Technik durchsetzt, sie ist ökonomisch und sichert ultraschnellen Stromtransport, könnte das auch in Bayern kommen. Die geltenden Grenzwerte in der BImSchV bilden nicht mehr die neuesten Erkenntnisse ab, sind also überaltet und müssten dringend nachgebessert werden. Der neue Standard ist eindeutig die Festschreibung im LEP.

Als Anlage übersende ich Ihnen noch eine kurze Recherche ohne Anspruch auf Vollständigkeit, welche auch aufzeigt, dass die schädigende Wirkung auf den Menschen nicht nur über die elektromagnetischen Felder verursacht sein muss sondern auch die Bildung hochreaktiver Stoffe in der ionisierten Luft direkt in der Nähe des Leiter und der Ferntransport dieser Teilchen, die dann wiederum über Einatmung mit dem menschlichen Organismus reagieren, verantwortlich sein können (Corona Ionisation).

Bitte halten Sie sich bei der WEST III Planung an den Mindestabstand von 400 m sowohl bei der 110 und als auch der 380 kV Leitung als Präventivschutz für die Bewohner.

Damit würde eine Fläche von ca. 14 ha zur Bebauung übrigbleiben. Das ursprünglich am Siemens Campus angedachte Konzept „Wohnen und Arbeiten“ auf einem Campusareal mit einer Bebauungsfläche von 17 ha & 7 ha (Optionsfläche) würde weitgehend CO2/NOx neutral sein, also den Klimaschutzplan der Stadt nicht belasten. Warum sind die angedachten 3000 Wohnungen nicht in der Wohnbedarfsanalyse. Diese Frage bitte auch dringend beantworten.

PS: anbei ein Bild einer Neonröhre, die wir wenige Meter von der Freizeitfläche an der Mönaustrasse unter die 380 kV Leitung gehalten haben. Sie leuchtet!

Wir werden diesen Versuch auf der Freizeitfläche wiederholen, falls sie da auch leuchtet hätten sie heute schon einen Handlungsbedarf…

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Doris Vogel

31. Juli 2018|